Aktuelle Informationen vom Beda-Institut:

30 Jahre Beda-Institut

Die Kulturschule feiert in diesem Jahr ihr 30jähriges Bestehen. Nähere Eindrücke können Sie in der Fotogalerie und beim Button der Jugendkunstschule sehen. Ebenso die Ferienaktivitäten über "Kultur macht stark" - Come together BKJ - Ferienspezial BBK - It`s your participation Kinderhilfswerk.

Im folgenden Video können Sie den Festakt nachträglich erleben (Der Festakt ist auf YouTube zu finden unter https://youtu.be/aWRCGyPCso4). 

 

 

Festrede: 30 Jahre Beda-Institut

„Darf ich mich vorstellen? Es sind jetzt 30 Jahre vergangen, nachdem ich mit Telemann und unseren Kindern die Welt erkundet habe, ihnen die Musik, das Malen und das Tanzen näher gebracht  habe und ihnen eine gute Schulbildung und Erziehung ermöglichte.

 Sie erinnern sich sicherlich: Damals erlebten wir die Anfänge der Franz. Revolution mit ihren freiheitlich-demokratischen Grundsätzen:  Liberté, Égalité, Fraternité.  Als Anhängerin der Aufklärung (Jean-Jacques Rousseau, François-Marie Voltaire und René Descartes) begann ich mein Lippisches Land zu reformieren. Es entstanden Kindergarten, Schulen, Krankenanstalten und Lehreranstalten.

Um dies alles auf lange Zeit für die Familien und Kinder ab zu sichern, gründete ich 1802 meine Stiftung.

 Aber dann wurde aus der Revolution eine Eroberungswelle, die ganz Europa erfasste. Napoleon führte einen Krieg nach dem anderen und wir kleinen Staaten fürchteten die Folgen und unsere Existenz.  Auch die Errungenschaft meiner Bildungsarbeit, mein Vorbild war Johann Heinrich Pestalozzi, sah ich gefährdet.

 Ich hatte Respekt vor der aufziehenden Gefahr, aber keine Angst, dieser zu begegnen. Und so beschloss ich, dem Feind ins Auge zu sehen. Es kam zu einem Treffen mit Napoleon Bonaparte. Er willigte ein, mein Land zu schonen. Es wurde nicht besetzt.

 ABER, das kostete sehr viel Geld. Die wehrfähigen Männer mussten  in den Krieg ziehen und das für viele Jahre.  Erst 1815 kehrten manche wieder nach Hause. Wie sollten wir die große Ablösesumme, das viele Geld erwirtschaften, wo doch die Männer als Arbeitnehmer und Ernährer wegfielen?  Jetzt konnten und mussten die Frauen die Arbeit der Männer mit verrichten, um das Land vor großem Unheil zu bewahren. Die erwirtschafteten Güter konnten neben der eigenen Versorgung an Napoleon abgetreten werden.

 Dadurch kam den Kindergärten und Schulen eine völlig neue Aufgabe zu. Sie waren jetzt neben der Bildung und Kulturbildung für alle Kinder auch für die Versorgung und Betreuung mit Essen, Kleidung und medizinischer Versorgung zuständig.

 Und als die Männer aus den Kriegen  wieder heimkehrten, konnte unser Krankenanstaltssystem diese heilen und versorgen.

Die finanziellen Mittel nahm ich neben den Steuereinnahmen einfach aus unserem Privatvermögen. Wofür braucht man mehrere Kutschen, wenn man nur in einer fahren kann?

 Die Kriege waren überstanden, auf dem Wiener Kongress (1814/15) rang man um eine Neuordnung Europas. Der Kongress tanzte, aber die Bevölkerung in ganz Europa verarmte.

 Letztes Jahr (1819)  wurden die Karlsbader Beschlüsse, die unter anderem die Überwachung von Universitäten, die Einschränkung der Pressefreiheit und das Verbot politischer Aktivitäten der Burschenschaften bestimmten, herausgegeben. Jetzt haben sich zwei Lager gebildet:

Junges Deutschland und Vormärz protestieren gegen diese Bestimmungen. Die Anhänger des Biedermeier hingegen nehmen diese fast gleichgültig hin und ziehen sich ins Private zurück.

 Wollen wir wirklich unsere freiheitlich-demokratischen Ansprüche verlieren? Oder werden  die demokratischen Ansätze irgendwann weiter leben können? Ich hoffe es, und das für ganz Europa.“

 Pauline starb vor 200 Jahren und erlebte die massiven Proteste nicht mehr. Studierende und Bürgertum forderten die Gründung eines Nationalstaats mit

liberal-demokratischen Werten. Die zahlreichen Unruhen, wie die französische Julirevolution 1830 oder das Verbot der Werke des Jungen Deutschland (1835), gipfelten in der Märzrevolution 1848.

 Die Fürstin-Pauline-Stiftung lebt bis heute weiter. Ihre Hauptaufgabe ist nach wie vor die Jugend- und Altenhilfe. So erlebt Pauline posthum bis heute ruhige Bildungsarbeit und caritative Hilfe trotz turbulenter Zeiten.

 Was bedeutet das für uns heute?  Freiheit muss man sich immer erarbeiten, sie wird nicht geschenkt und Demokratie bedeutet nicht umsorgt werden sondern Verantwortung  übernehmen, damit sich unsere Kinder  frei und selbstbewusst entfalten können. Denn unsere Kinder sind nicht unser Besitz (Khalil Gibran), sondern unsere Zukunft und wir haben die Aufgabe, mit ihnen verantwortungsvoll und liebevoll um zu gehen, um sie für das LEBEN vor zubereiten nach den individuellen Fähigkeiten, die jedes Kind mit sich bringt.

 


TV Interview Ingeborg Trappe-Butzbach: pdf"Erfahrungen sammelt man nicht erst mit 40"

 

Assoziierter Partner der Universität Debrezen

Faculty of Child And Adult Education of the University of Debrezen, Dekanat Hajdúböszörmény.

Weitere Informationen finden Sie auf www.ethics-education.eu.

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