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Early Childhood Education

 

Ergebnisse der Vorlesungen an der Universität

Debrezen 25. /26. Mai 2016

Early Childhood Education

„The Ways and Possibilities of Professional Development“

International Scientific Conference

Fakultät für Kinder- und Erwachsenenbildung in Hajdúböszörmény

 Verfasst von Ingeborg Trappe-Butzbach

Bitburg. im Juni 2016

In der internationalen Konferenz mit dreizehn Nationen wurde deutlich, dass in den verschiedenen Ländern Europas und bis nach Vietnam die Bestrebungen der Pädagogen dahin gehen, den Kindern ihre Kindheit zurückgeben zu wollen. Damit wird ein Konflikt zwischen der bisherigen Standardisierung der Leistungsanforderungen an die Kinder zugunsten der Ökonomisierung,- hier bei dieser Konferenz an die Kindergartenkinder-, zu einer Liberalisierung der Kindheit zugunsten einer freien Entfaltung und Selbstbestimmung aufgezeigt.

Ein großes Thema spielt dabei die Rolle des Kindergartens und die Betreuung der Kinder außer Haus. Es geht darum, Kindern ein zu Hause zugeben, die Eltern an zu sprechen und sich auf die Bedürfnisse der Kinder im Gegensatz zu rein kognitiver Erziehung ein zu lassen. Um Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen, sollten Sie vor dem dritten Lebensjahr nicht in den Kindergarten gehen. Eine zu frühe außerhäusliche Erziehung wird kritisch gewertet.

Da aber immer weniger Mütter zu Hause sind, werden die Kinder viel früher in die Krippe gegeben. Diese Krippe so aus zu statten, dass sich die Kinder „wie zu Hause fühlen“, muss dann die Aufgabe der staatlichen Institutionen sein und genügend Raum, Personal und Geld zur Verfügung stellen. Die Kinder suchen und brauchen möglichst eine konstante Bezugsperson, an die sie sich für Ihre Bedürfnisse wenden können. Hierbei spielt die Liebe und Zuneigung zwischen dem Kind und der Pädagogin die bedeutende Rolle.

In Ungarn sieht man die Entwicklung zur Krippe eher kritisch, gleichwohl man sich der Herausforderungen annimmt und versucht, den Kindern gerecht zu werden. Man ist sich aber bewusst, dass der Aufenthalt in der Krippe das häusliche Umfeld nicht ersetzen kann und auch nicht darf.

Im Kindergarten, der ab dem Alter von drei Jahren in Ungarn Pflicht ist, sollen die Kinder ihren Horizont für die Gesellschaft erweitern. Man ist der Meinung, dass Kinder, die in diesem Alter nur zu Hause wären, in ihrer Entwicklung nicht genügend gefördert würden, daher auch die Pflicht. Das Mittagessen ist ebenfalls Pflicht, danach, ab 12.30 Uhr können die Kinder abgeholt werden. Der Nachmittag ist eine mögliche Option.

In der öffentlichen Primarschule wird auch der Nachmittag an den öffentlichen Schulen Pflicht. Davon kann ein Kind befreit werden, wenn es die Musikschule, Ballettschule, Kunstschule oder einen Sportverein besucht. Auf diese Weise versucht man, die Roma Kinder, die in der Regel keine freiwilligen zusätzlichen außerschulischen Institutionen besuchen, besser fördern zu können. Wenn man den ungarisch sprechenden Kindern erlauben würde, früher nach Hause zu gehen, würden die Roma dieses Recht auch für sich einfordern und damit würde man den Roma Kindern, die meistens sprachlich gefördert werden müssen, nicht gerecht werden.

                                                                                                                                                                           

In den gemischten Kindergärten können die Eltern wählen, in welche Gruppe ihr Kind gehen soll. Die Kindergartenpädagogen/innen haben darauf keinen Einfluss. Den Eltern ist es zudem immer erlaubt, in die Einrichtung zu gehen und nach zu sehen, wie es ihrem Kind geht. So gibt es Gruppen von 20 bis 25 Kindern, die aus zwei Roma Familien allein bestehen. Es gibt auch Gruppen mit mehr ungarischen Kindern und gleichmäßig gemischte Gruppen. Da die Roma drei verschiedenen Ethnien angehören und es auch eine Gruppe von Kindern aus gemischten Ehen gibt, ergeben sich durchaus Konflikte, die im Kindergarten zu überwinden sind, um allen Kindern die gleiche Chance ein zu räumen.

Für besonders bedürftige Kinder gibt es Stipendien, die je nach Bedürftigkeit gestaffelt sind. Die prinzipielle Gebühren Befreiung ist nicht vorgesehen.

- Ein besonderer Schwerpunkt bei den Vorträgen lag auf dem Augenmerk der Liebe zu den Kindern, zur Arbeit und dem Verhalten der Kindergartenpädagogen/innen.

- Ein zweiter Augenmerk lag auf der Autonomie der Kinder im Gegensatz zum Dirigismus bzw. Autorität bei der Erziehung und

- ein dritter auf der Empathie und Lenkung durch die Pädagogen.

Im Gegensatz zu den letzten Jahren wird mehr Autonomie für die Kinder gefordert. Das heißt, sie sollen mehr ihren Interessen und ihrem Bedürfnis nach mehr freiem Raum erzogen werden. Ihre Interessen beim freien Spiel sollen Vorrang bekommen. Allerdings stehen die bereits bestehenden Lehrpläne und Anforderungen, die die Schule an die Kinder stellt, wenn sie den Kindergarten verlassen, in vielen Punkten entgegen. Die Kinder haben in den drei Jahren Kindergartenzeit für ihre Schulzeit ein Lernpensum zu absolvieren. Wenn sie das nicht schaffen, werden sie in die Vorschule geschickt, was einem erweiterten vierten Kindergartenjahr gleicht. In diesem Jahr muss das noch nicht Erreichte nachgearbeitet werden.

Die Kindergartenpädagogen/innen und die Primarschul Pädagogen haben unterschiedliche Erwartungshaltungen, was ein Kind im Kindergarten schon können sollte und was ein Kind in der Primarschule erst lernt. Damit werden den Kindern die Freiräume im Spiel eingeschränkt. Die eigentlich freie Spielzeit wird zu Gunsten des reinen Erlernens von kognitivem Wissen verkleinert, ohne dass man das unbedingt wollte. So versucht man jetzt den Spagat zwischen Kindergartenalter und Eintritt in das Schulaltern durch Zusammenarbeit zwischen den Institutionen freier gestalten zu können. Man weiß, dass Kinder, die viel freies Spiel besonders draußen möglich gemacht bekommen, wesentlich intelligenter und aufmerksamer sind. Sie werden in der Schule bessere Schüler, auch wenn sie im Kindergarten nicht schreiben und lesen gelernt haben. Das freie Spiel wird durch die natürliche Neugierde geweckt und ermöglicht Erfahrungen, die im späteren Leben zur Bewältigung vieler Probleme beitragen. Kinder, die neugierig sind, bewältigen die Schule und deren Anforderungen wesentlich leichter.

Ebenso schwierig gestaltet sich die Aufgabe, die Autorität der Kindergartenpädagogen/innen zugunsten eines Partnerships ab zu bauen. Sie müssen als autoritätsanweisende Personen von den Kindern akzeptiert werden, was nicht heißt, eine antiautoritäre Erziehung der 70iger Jahre vergleichbar im Westen an zu streben. Vielmehr geht es darum, die Kinder frei entscheiden zu lassen, wie sie was, wann und wo und womit lernen. Das bedeutet, dass die Kindergartenpädagogen/innen eine begleitende Funktion einnehmen und da weiterhelfen, wo sie gebraucht werden und wonach sie gefragt werden. Der Entwicklungsprozess geht also vom Kind selbst aus. Man ist der Meinung, dass ein Kind, welches drei Jahre Zeit im Kindergarten hat, alles wichtige für die Schule auf diesem Weg lernt.

Mit der Empathie der Kindergartenpädagogen/innen wird es möglich, durchaus lenkend ein zu greifen, ohne dabei die Kinder zu bedrängen. Eine solche Erziehung erfordert mehr Vorbereitungen und eine größere Flexibilität von Seiten der Pädagogen, als wenn diese sich nach der ursprünglich mehr autoritären Erziehung auf vorgegebene Standards konzentrieren bräuchten.

Die Befürchtungen, dass die Kinder, die nicht nach den bisherigen Standards erzogen werden, weniger Wissen hätten, wurden widerlegt. Für die Schule sind gerade diese Kinder wesentlich geeigneter, da sie gelernt haben, mit Problemstellungen/ dem Lernen um zu gehen. Kinder, die man nach standardisierten Methoden erzieht, werden unsicher, wenn sie keine konkreten Anweisungen in der Schule erhalten. Sie sind nicht in der Lage, eigenständig Probleme und neue Lernfelder zu bewältigen.

Der Konflikt zwischen Schule und Kindergarten besteht also in den unterschiedlichen Erwartungshaltungen. Bisher wurden die Kindergartenkinder eher autoritär für die Schule vorbereitet. Dass einige dort Schwierigkeiten bereiteten, veranlasste das Umdenken in der Kindergartenpädagogik auf eine eher autonome Erziehung hin. Für die Schulen erscheint diese Hinwendung allerdings als fragwürdig, meinen sie, es fehle den Kindern wichtiges wie Schreiben, Lesen oder erste Schritte im Rechnen. Sie empfinden diese angeblichen Lerndefizite als Mehraufwand in den ersten beiden Schuljahren.

Es ist von daher nötig, dass sich die Pädagogen zusammen mit den Hochschulen einem Dialog stellen. Nur so kann man Unstimmigkeiten offen ansprechen und aufarbeiten, ohne dass es zu Lasten der Kinder und deren Entwicklung geht. Dieser Weg wurde in der Konferenz aufgezeigt und erste Erfolge bestätigt. Im Auditorium waren neben den Professoren, Lehrer und Kindergartenpädagogen.

Die pädagogische Arbeit in beiden Institutionen also Kindergarten und Schule ist von künstlerischen Fächern bestimmt. Besonders das Singen und hier die Kinder- und Volkslieder stehen im Fokus, daneben wird dazu getanzt und auch gemalt oder gebastelt. Es sind also durchaus gemeinsame Berührungspunkte vorhanden, die das freie Spiel noch zusätzlich unterstützen könnte.

Es wurde allerdings auch darauf verwiesen, dass es nicht das „Richtige“ gibt. Wenn man von richtig und falsch spricht, wird man den Kindern auch nicht gerecht. Ein Mittelweg, vielleicht auch ein Weg für jedes Kind wäre für die Entwicklung eines jeden Kindes gut. Besonders bei der Integration und in Ungarn der Inklusion zwischen den Roma Kindern und den Ungarischen Kindern, auch im Hinblick auf die verschiedenen Gruppierungen der Roma, müssen dauernd neue Wege beschritten werden.

Man ist dazu übergegangen, den Roma Kindern einen eigenen Raum als eine Art lebendes Museum zu überlassen. Erstaunlicherweise hat die Beschäftigung mit ihrer eigenen Kultur dazu geführt, dass sie bereit sind, sich mit der ungarischen Kultur und in der ungarischen Sprache ebenfalls zu identifizieren. So lässt man aus Erfahrung die Roma Kinder ihre eigene Kultur leben,- man hatte in den letzten Jahren dieses nicht in den Kindergärten zugelassen -.Auf diesem Weg erreicht man jetzt wesentlich mehr Roma Familien, da diese in den speziellen Roma Raum kommen, dort nach dem Rechten sehen und den Kindern ihre Kultur zeigen. So erleben sie automatisch auch die Ungarische Lebensweise bei der Berührung mit den Kindern und Pädagogen vor Ort.

Einige Roma Kindergartenpädagogen/innen haben in den letzten Jahren ihre Examen gemacht und einige Roma Helferinnen stehen den Kindern zur Seite. Bei den Liedern und Tänzen haben sich die Elemente durchaus ergänzt, nicht vermischt, was für beide Seiten wichtig ist. Beobachtungen in Kindergärten, besonders in sehr armen Gegenden zeigen, dass die größere Bindung der Roma Kinder an ihre Mütter und Familien, sie zu mehr Aufmerksamkeit und Leistung befähigt. Diese Kinder müssen ja eine komplett fremde Sprache erlernen. Die Semantik des Ungarischen ist völlig unterschiedlich zu dem der Sinti Sprache. Diese sprechen in einem Wort einen ganzen Satz. Dazu kommt die sehr religiöse Orientierung zur Mutter Gottes. Ohne ein Bild von ihr gehen die Kinder nicht schlafen.

Da viele ungarische Kinder keiner Religion angehören, oder um Debrezen auch der calvinistischen und orthodoxen Kirche neben der römischen – katholischen Kirche angehören, müssen auch diese Aspekte gelöst werden.

Im Schnitt haben Roma Familien zwischen 7 und 12 Kinder, ungarische Familien 2 bis drei Kinder. Von daher versteht man, dass die Inklusion zwischen beiden Bevölkerungsteilen Priorität hat.

Meine Vorlesung war als ein Beispiel für Inklusion auch für geflüchtete Kinder ein wichtiger Beitrag. Für mich ist die Arbeit mit den Roma Kindern eine gute Erfahrung, wie wir in Zukunft die Flüchtlingskinder bei uns weiter inkludieren können. Dass dabei die ethische Ausrichtung einen besonderen Stellenwert hat, wurde in meinem Beitrag deutlich. Auch lieferte dieser die Bestätigung dafür, dass Kinder autonomer agieren wollen und können.

Für die nächsten Osterferien ist ein Austausch unseres Inklusiven Kinderorchesters in Hajdúböszörmény geplant. Aufgeführt wird das Kindermusical „Die Biene und das Flusspferd“, dieses Mal auch mit ungarischen Kinderliedern und Kindertänzen. Mit dabei ist der Kindergarten mit Roma Kindern, der Kindergarten der Pädagogischen Hochschule, die Studierenden von dort und die Musikschule der Stadt.

Ingeborg Trappe-Butzbach

Im Juni 2016

Lecture

Why do we need a foundation for children and young people and why do we need a cultural supplement school

 

 

Im Jahr 2013 habe ich einen Vortrag zum Thema „Benachteiligung unserer Kinder“ in der Gesellschaft veröffentlicht. Diese Situation verschärft sich durch die wachsende Anzahl von Flüchtlingskindern in den Schulklassen zusätzlich.

In 2013 I published a lecture on “Disadvantaged (underprivileged) children in the society”. Unfortunately the situation has worsened since then, because today we speak about almost 25% of all children and teenagers including with this situation to the increasing number of underage refugees in the schools.

Zu dieser Entwicklung beobachten wir bei den Kindern ab dem dritten Schuljahr ein zunehmendes Desinteresse am Lernen Sie gehen in die Schule, sie machen ihre Hausaufgaben, aber die Freude an der eigenen Erfahrung durch Lernen nimmt mit jedem Jahr eher ab als zu. Dass man in der Pubertät solche Tendenzen beobachtet, ist bekannt und legte sich auch wieder. Dass man heute solches Desinteresse in so frühen Jahren beobachtet, wird als „frühpubertär“ bezeichnet oder mit der Antwort auf zu wenig Beschulung betrachtet. Nur im Gegensatz zu früheren Generationen verbringen die Kinder heute erheblich mehr Zeit mit dem Lernen in der Schule/Ganztagsschule, was gleichzeitig nicht mit mehr Freude am Lernen einhergeht. Aber Kinder wollen lernen, sie eifern uns nach, sie nehmen ihre Eltern als Vorbild und sie wollen mit ihrem Leben etwas anfangen.

Additionally we observe a constantly decreasing willingness to learn already from third grade on. Children attend school and do their homework but the joy of learning as a self experience is decreasing year by year. It is known that these tendencies can be observed during puberty but clear away again. This disinterest at such an early age is called prepubescent or can be seen as a reaction on insufficient schooling. In contrast to earlier generations today’s children spend more time in whole day schools but don’t experience more pleasure from learning at the same time. But children want to learn, they emulate us, they take their parents as role models and want to make something out of their life’s.

Das Erasmusprojekt + „Ethika Education Project“ hat sich der ethischen Erziehung bei Kindern verpflichtet. Es untersucht die Bedeutung der Ethik bei der Erziehung der Kinder und die Auswirkungen auf deren Verhaltensweisen im Alltag und darüber hinaus auf das Lernverhalten und dessen Zielsetzungen in den Schulen.

Die Aufgabe der Stiftung des Beda-Instituts als assoziierter Partner ist die Analyse der Auswirkungen bei den Kindern und deren Umsetzung vor Ort. Vorgeschlagene Unterrichtsmaterialien, die von Studenten der angeschlossenen europäischen Universitäten erarbeitet werden, werden hier in die Praxis umgesetzt. Unsere Kinder setzen sich kritisch damit aus einander, denn im Gegensatz zur Regelschule müssen sie keinem Lehrplan folgen, der ihnen in der Regel keine eigenen Umsetzungsideen zugesteht, sondern sie zu abfragbaren Wissen heranführt.

The Erasmus+ „Ethika Education Project“ is committed to the ethical education of children. It investigates the importance of ethics in the education of children and the effect on their daily behavior and furthermore on their learning behavior and its objectives in the schools. The Beda-Institute foundation’s task as associated partner is the analysis of the effects on children on their realization on site. Proposed teaching material, prepared by students of associated European universities is put into practice here. Our children deal with it in a critical way because they do not need to follow a strict plan as in regular schools which typically does not allow own implementation ideas but only reproducible teaches knowledge.

Eine kulturelle Ergänzungsschule ist von daher wesentlich flexibler, um sich den jeweiligen Bedürfnissen der Kinder an zu passen. Es ist ihre imaginäre Aufgabe, Wissen durch selbstgemachte Erfahrungen zu implementieren und damit zu selbstkritischem Denken an zu regen. An den Pädagogischen Fachrichtungen der Universitäten hat man längst erkannt, dass unsere heutige gängige Praxis der Wissensvermittlung verbessert werden muss.

A cultural supplementary school oriented much more flexible to adapt to respective needs of the children. It is their imaginary task to implement knowledge through own experience and to stimulate self reflecting thinking. Long ago the pedagogic faculties realized that today’s practice of knowledge mediation must improve.

Da sich die Schulstrukturen in den verschiedenen europäischen Ländern unterscheiden, ist eine Veränderung der gängigen Vermittlungspraxis schwierig. Eine Veränderung wird durch die Hinzunahme von Jugendkunstschulen als Möglichkeit gesehen und erkannt.

As we have different school systems and structures throughout Europe a change in the common teaching practice is difficult. An opportunity for change is recognized by adding children art schools or better cultural supplements schools.

 

Besonders im Bundesprogramm „Kultur macht stark“ kommen diesen Einrichtungen die Aufgabe zuteil, über Kunst und Kultur, Kinder und Jugendliche an Lernen heran zu führen und dieses Lernen als persönliche Bereicherung zu empfinden Das Programm richtet sich vorwiegend an bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche und seit einem knappen halben Jahr vermehrt auch an Flüchtlingskinder und –jugendliche. Damit werden die restlichen Schüler nicht erreicht. Nur in Form von gemeinsamen Aktivitäten wie Konzerten, Aufführungen und Ausstellungen wird diversitäre Einbindung aller Kinder und Jugendlicher umgesetzt. Die diversitäre Einbindung erfolgt also nur im außerschulischen Bereich und weniger direkt an der Schule selbst.

Especially through the federal program „culture makes strong“ these institutions have the task to lead children up to see learning as a personal enrichment. This program is exclusively dedicated to children and teenagers with a challenged educational background and since almost a year also on underage refugees. The common pupil is not reached here. Only by joint activities like concerts, performances or exhibitions the diversitary integration of all children and teenagers can be done. Hence this diversitary integration can only be done only in an environment outside the regular school.

Ein zusätzliches Problem besteht in der immer intensiveren Beschulung hin zu Effizienz und Ökonomie, die die Ausrichtung in die rein naturwissenschaftlich-mathematischen Fächer begünstigen. Damit fehlt den Kindern von Anfang an eine Bildung in den Fächern Philosophie und Ethik. Die Ethik ersetzt zunehmend den traditionellen Religionsunterricht, sie wird allerdings erst ab Klasse 5 angeboten. Für die Grundschulkinder entfällt damit eine ethisch-philosophische Erziehung.

An additional problem is the teaching towards efficiency and economy which prefers the scientific and mathematic subjects. From the beginning an education in subjects like philosophy and ethics is missing. Ethics classes more and more substitute the traditional religion classes but is only available from 5th grade on. In Primary School ethical-philosophical education is obsolete.

Das Erasmus+ Projekt „Ethika Education Project“ fokussiert alle Kinder und Jugendlichen ab dem Vorschulalter. Im Hinblick auf die Einbeziehung der Philosophie, die auch sehr kleine Kinder anspricht, erhält dieses europäische Projekt seine kulturelle Bedeutung. Als Kulturelle Ergänzungsschule sind wir der einzige assoziierte Partner in Europa, der sich bewusst der Erprobung außerhalb des schulischen Alltags widmet. Da sich die Kinder und Jugendlichen später gemeinsam der gesellschaftlichen Verantwortung stellen müssen, macht diese zukunftsweisende Arbeit am Beda-Institut und der Kulturellen Ergänzungsschule unter der Führung der Stiftung so wichtig.

In the Erasmus+ „Ethika Education Project“ all children from preschool age are addressed, so all pupils can be reached Interactions of different approaches of ethical-philosophical education can be probed. With regard of the integration of philosophy which even young children understand this European project obtains its cultural relevance. As a cultural supplement school we are the only associated partner in Europe intentionally dedicated to testing this approach outside the school routine.

Bereits zur Gründung 1991 wurde der „Multikulturelle Aspekt“ im Namen der Schule sichtbar. Seit der Gründung hat die Schule immer Kinder mit Migrationshintergrund angesprochen, sie integriert und ihnen in vielen Fällen den Mut zugesprochen, selbst wieder als Erzieher oder Pädagoge tätig zu werden. Sie haben ihre eigene selbst gemachte Erfahrung am Beda-Institut als Chance wahrgenommen, um diese Erfahrungen heute an die nächste Generation von Schülern weiter zu geben. Besonders hilfreich wirkt diese Erfahrung auf die Arbeit mit den Flüchtlingskindern.

Since the foundation in 1991 the multi-cultural aspect is visible in the school’s name. Since its foundation the school has reached out to children with migration background, integrated them and encouraged them in many cases to become educator or pedagogue as well. They took their self-made experience at the Beda-Institute as a chance to convey these experiences to the next generation of pupils. Especially for the work with refugee children this experience is extremely helpful.

Damit gewinnt die Wertevermittlung einen bedeutenden Schwerpunkt. Im Zeichen von sich immer schneller wandelnden Umständen - hier am Beispiel der Flüchtlingsströme -, werden zunehmend ethische Grundlagen für das Zusammenleben wichtiger. Es gilt, die verschiedensten Menschen mit ihren Kulturen und Ansichten zusammen zu führen. Es müssen ständig neue Absprachen erfolgen, inwieweit man was tut oder nicht tun darf.

So the conveying of values gains an important focus. In sight of rapidly changing circumstances – e.g. refugee streams – ethical foundations become more and more important for coexistence. Different people with their cultures and notions must be brought together. Constantly new arrangements must be done, what to do or not to do.

Diesen Werte Katalog Kindern zu vermitteln, wird auch die zukünftige Pädagogik bestimmen. Wir werden uns auf neue Situationen immer wieder neu einstellen müssen, ohne dabei unsere Grundwerte zu vernachlässigen und immer wieder auf die Fähigkeiten zu Toleranz und Empathie hinweisen müssen. Eine Schnittstelle zur Bewältigung der aufkommenden Konflikte können Jugendkunstschulen und Kulturelle Ergänzungsschulen sein, die interkulturell ein Bindeglied zwischen der Gesellschaft, den Schulen und den einzelnen Interessengruppen - hier den Flüchtlingen - ist.

To convey this set of values to children will determine future pedagogy. We constantly have to adjust to new situations without neglecting the base values and emphasize tolerance and empathy. Youth art schools and cultural supplement schools can act as an interface to overcome emerging conflicts as link between the society, the regular schools and the relevant groups (here: refugees).

Das Beda-Institut hat sich immer als solches Bindeglied verstanden. Die seit 2012 gegründete Stiftung hat diesen Aspekt in die Satzung aufgenommen und sich bewusst auf die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen beschränkt, um den nächsten Generationen bei der Bewältigung der auf uns zukommenden Probleme reagieren und helfen zu können. Die Fokussierung auf die nächsten Generationen erfolgt im Sinne dieser und stellt nicht die Erwartungen von Erwachsenen als Ziel in den Vordergrund. Damit ermöglicht sie Änderungen, die die Gesellschaft auf lange Sicht prägen können.

Beda Institute has always seen itself as such a link. The foundation, found in 2012, has included this aspect in its statute and intentionally focused on the work with children and teenagers to help the next generations to accept challenges in future generations. The expectations of the adults should not be objective of this focus in order to allow changes which will impact the society long-term.

Als ein Beispiel der ethischen Erziehung von Vorschul- und Grundschulkindern stelle ich Ihnen das Inklusive – integrative Kindermusical „Die Biene und das Flusspferd“ vor. Das Beispiel entstand auf der Grundlage eines Cartoons aus einer Bachelor Arbeit von Frau Notburga Weinberger, einer Pädagogikstudentin von Herrn Prof. Dr. Franz Feiner der KPH Graz:

Kinder, die noch nicht lesen konnten, haben sich das Cartoon angesehen und anders interpretiert als es die Vorlage des Cartoons vorgibt.

As an example for ethical education of pre and primary school children I want to introduce you to the inclusive and integrative children’s musical “The Bee and the Hippopotamus”. This example is based on a cartoon from a bachelor thesis of a pedagogic student Mrs.Notburga Weinberger under Prof. Dr. Franz Feiner from KPH Graz, Austria. Children too young to read watched the cartoon and interpreted it in a different way as actually intended.

Die Biene, ursprünglich als favorisierter Leistungsträger mit Fleiß, Einsatz und äußerst kommunikativ, möchte das Flusspferd, das als träge, eher faul und wortkarg dargestellt wird, zu seinen Ansichten und Handeln erziehen. Es handelt sich hier um das klassische Modell einer Wertevermittlung mit erwachsenen Ansprüchen. Die Kinder sollen die Werte nachahmen, die ihnen mit der Figur der Biene dargestellt wird. Das Flusspferd ist demnach nicht nacheiferungswürdig, sodass am Schluss das Flusspferd dem Ansinnen der Biene folgt, also umerzogen wird.

The bee, originally a favored high performer, diligent, committed and very communicative wants to educate the hippo, lazy and uncommunicative, according to his views and behavior. This shows a classical model of a value set with adult claims. Children should imitate the values shown in the figure of the bee. The hippo is not to be imitated so that finally the hippo follows the aims of the bee hence being reeducated.

Die Kinder folgten diesen Ausführungen nicht. Für sie ist die Biene nervig, flatterhaft und unruhig. Das Flusspferd dagegen verkörpert für sie Ruhe, Gelassenheit und Nachdenklichkeit. In dem Gespräch zwischen Biene und Flusspferd, welches die Kinder anhand der Bilder selbst entwickelten, ergibt sich, dass Erwachsene und Kinder nicht die gleiche Sprache sprechen. Sie verstehen sich nicht und so entstehen Missverständnisse und intolerantes Verhalten gegenüber dem anderen.

Children did not comply with this interpretation. To them the bee is irritating, volatile and restless whereas the hippo incorporates calmness, serenity and thoughtfulness. The conversation which the children elaborate out the pictures themselves shows, that adults and children do not speak the same language. They don’t understand each other and this leads to misunderstandings and intolerant behavior towards the other.

Für die Kinder ist diese Aufhebung des Nichtverstehens die erklärte Aufgabe des Cartoons. Sie entwickelten aus der Geschichte eine Lösung, wie Erwachsene und Kinder sich besser verstehen lernen, indem sie sich gegenseitig zuhören. Sie wollen den anderen nicht verändern, sein Anderssein nicht biegen, sondern erhalten und respektieren. Daraus ergibt sich die Chance, dem anderen zu zuhören und zu verstehen. Er soll so bleiben, wie er ist und als solches respektiert werden können. Darunter verstehen Kinder Toleranz, auch wenn man sich einmal zankt und sich gegenseitig nervt.

For the children the repeal of this not-understanding is the declared task of this cartoon. They develop a solution out of this story, how adults and children learn to understand each other better by listening to each other. They do not want to change the other, not bend his otherness but maintain and understand it. The other should stay like he is and be respected as such. This is children’s perception of tolerance even if there are fights and irritation sometimes between each other.

Die Aufgabenvermittlung des Cartoons stand unter dem Thema Wort – Antwort – Verantwortung. Die Botschaften der Erwachsenen sind mit denen der Kinder nicht identisch. Die Moralvorstellungen der Kinder unterscheiden sich von denen der Erwachsenen. Für ein Zusammenleben - hier das Wort der Erwachsenen - wäre, die - Antwort der Kinder, aus der sich die Verantwortung für ein Zusammenleben ableitet. Indem man dem anderen zuhört und dann erst eine Lösung findet, werden Moralvorstellungen - hier Handlungsweisen - aufgezeigt. Vorgegebene Moralvorstellungen werden kritisch hinterfragt, um als neue gemeinsame Lösungen implementiert werden zu können, die dann in die Verantwortung eines jeden einzelnen münden.

The task mediation of the cartoon stood under the objective Word – Answer – Responsibility. The messages of the adults are not identical with these of the children. The moral conception of the children differs from these of the adults. Living together means: The word of the adults and the answer of the children should lead to a mutual responsibility.

Given moral conceptions are questioned critically to be able to implement common solutions which lead to the responsibility of each and everyone.

Die Rollenverteilung war für die Kinder klar: Die Biene sind sie selbst, das Flusspferd ein Erwachsener. Das wollte kein Kind spielen. Dass der Erwachsene/ als Flusspferd bei den Kinder besser interpretiert wird als bei den Erwachsenen selbst, zeigt, wie viel größer die Bereitschaft zur Toleranz bei Kindern vorhanden ist. Das Flusspferd bekam ein Baby dazu gesellt, dessen Eigenschaften von allen Kindern durchaus positiv bewertet wird. Für Kinder ist „faul sein“ nicht schlimm, sie wünschen sich das für sich selbst, damit man wieder mehr Zeit zum Spielen hat und das ist nicht faul. Dieses Verhalten ist nicht ökonomisch im Sinne der Erwachsenen, für Kinder aber unerheblich.

The role allocation from children’s was clear: they are the bee, the hippo is an adult. No child wanted to be the hippo. That the adult/the hippo has been interpreted in a much better way than by the adults themselves, shows how much more present the children’s willingness for tolerance is. A baby was placed alongside the hippo who’s characteristics were seen in a positive way by children. Being “lazy” is not bad for children. They would wish this for themselves in order to have more time for play which is not lazy. This behavior is not economical in the adult’s sense but irrelevant for children.

Kinder wollen sich nach ihren Möglichkeiten entfalten und entwickeln können. Sie sind neugierig auf alles und wollen dafür genügend Zeit einplanen dürfen, also Zeit zum Spielen. Im Spiel lernen Kinder alles: Das Laufen, Hüpfen, Sprechen, Konflikte heraufbeschwören und sie wieder vergessen oder beheben und vieles mehr. Sie entwickeln daraus ihr Können und ihre Fertigkeiten. Die zunehmende Verplanung ihrer Spielzeiten empfinden sie als störend. Sie werden in ihrer kreativen Entwicklung gehindert.

Children want to unfold and develop according to their possibilities. They are curious about everything and want to be able to plan enough time for their play. In playing children learn everything: to run, to jump, to speak, to arise conflicts and to settle them again and much more. The increasing scheduling of their play time they find disturbing. They are hindered in their Creative development.

Die vorgegebenen Lehrpläne an Regelschulen verdrängen die Kreativität bei Kindern zusätzlich. Die reine Wissensvermittlung unter dem Fokus der Effizienz und Ökonomie steht spätestens ab dem dritten Schuljahr im Vordergrund. Auch die künstlerischen Fächer sind davon nicht ausgenommen, müssen auch in Musik oder Kunst nachweisbare Fähigkeiten erbracht werden. Zudem wurde die Anzahl der Wochenstunden in diesen Bereichen stets reduziert. Für die Entfaltung von Kreativität braucht man aber Zeit, die sich die Kinder, wie am Beispiel des Flusspferds sehr deutlich aufgezeigt wird, nehmen möchten.

The set curricula at regular schools suppress the children’s creativity additionally. Pure knowledge mediation with the focus on efficiency and Economy is the mainstream from third grade latest. Even the creative subjects are not excepted as grades have to be given for the subjects’ music and arts. Additionally the hours per week in these subjects are continuously reduced. To unfold creativity children need time through which they would like to take, as you can see in the example of the hippo.

Eine Oase für bewusst gelebte Zeit ist die Jugendkunstschule und/ oder die Kulturelle Ergänzungsschule, die Kindern den nötigen Rahmen für eine solche Entfaltung bietet, da sie auf reine Wissensvermittlung verzichtet.

The youth art schools and the cultural supplement schools are an oasis for consciously lived time which gives the children the necessary frame for unfolding of this kind because they waive pure knowledge mediation.

Die Biene, die die Kinder auf sich bezogen, nervt. Sie stellt den Spagat zwischen freier Entfaltung und Zeit und dem reinen Wissensvermitteln - hier im Sammeln von Honig - her. Das Honigsammeln gilt als fleißig und erstrebenswert in der Vorstellung der Erwachsenen: Als Symbol von Ansammeln von Wertgegenständen, über gute Bezahlung und Funktionieren im Arbeitsprozess, also eine Art ökonomischen Verhalten, welches von der Erwachsenenwelt gewünscht wird.

Dagegen wehren sich die Kinder, bedeutet es für sie „weniger Zeit zum Spielen“ haben. Ökonomische Aspekte sind für Kinder unbedeutend. Der Konflikt bzw. das Nichtverstehen zwischen den Kindern und den Erwachsenen, indem beide verschiedene Sprachen sprechen, wird in dem Musical thematisiert.

The bee, in which children see themselves, is irritating. She incorporates the balancing act between free unfolding and knowledge mediation, here the collecting of nectar for honey. The collecting of nectar is regarded as hard-working and desirable in the imagination of adults. It is a symbol for collecting wealth through good salaries and functioning in the working environment hence an economical behavior favored in the world of adults. Children fight against it as it means “less time for play”. Economical aspects are irrelevant for them. The conflict or non-understanding between children and adults is because they speak different languages. This is the topic of this musical.

Ethisch-philosophische Erziehung für Kinder sollte sich nach deren Bedürfnissen ausrichten dürfen, um deren Kreativität weiter zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Auch in der verbesserten Version des Cartoons vom Sommer 2015 wird auf diese Bedürfnisse nicht eingegangen. Das Flusspferd wird jetzt zusätzlich in eine infantile Rolle gedrängt, indem es „kleiner - also ein Zwergflusspferd wird“ und nachts aktiv Pfade baut und in der Zukunft auch für Nachwuchs sorgen möchte. Diese Hinwendung zu etwas „Kleinem“ kennt man aus Comicfilmen, um damit den kleinen Kindern ein Nachahmen bzw. Belehrungen durch Erwachsene näher zu bringen. Unsere Kinder hatten längst das Flusspferd als erwachsen respektiert und ihm, wie jetzt später in der weiteren Fassung, die Nachwuchssorge für ein kleines Flusspferdbaby dazu gesellt.

Ethical-philosophical education should be able to align according to children’s needs to maintain and develop their creativity. Also in the improved version of this cartoon from summer 2015 these needs are not addressed. Additionally the hippo is put into an infantile role as it becomes smaller – a pygmy hippo – and actively build trails during nighttime and wants to take care for its offspring in the future. The turning towards something “small” is known from comic strips to turn children towards imitation and being instructed by adults. Our children had already acknowledged the hippo as an adult and put a baby hippo alongside him to take care as founded in the improved version later.

Auch erkennt man hier den Konflikt innerhalb der Pädagogik, Kindern auf der einen Seite Erwachsenenhaltung bei zu bringen und sie gleichzeitig als eher unmündig, Probleme eigenständig zu bewältigen, partnerschaftlich an zu erkennen. Daraus entstehen dann die Konflikte zwischen Lehrern, Eltern und Schülern in der Schule und zwischen Schülern selbst, besonders dann, wenn andere Sichtweisen und kulturelle Hintergründe anderer Mitschüler dazu stoßen.

Also a conflict in the pedagogy theory today can be observed: here to teach children adult attitude on one side but also accept them as underage unable to solve challenges in a partnership way. Conflicts emerge between teachers, parents and pupils and between pupils, especially when views and different cultural backgrounds of the children come into play.

Möchte man einen partnerschaftlichen Lernprozess für Kinder fördern, muss man der Anpassung an die bisher dahin vermittelten Sichtweisen der Erwachsenen, die in der Regel im Alter ab 9 Jahren erfolgt, entgegen wirken. Begeisterung für die Schule als einem wichtigen Baustein für den Fortbestand unserer Gesellschaft besteht nicht aus reiner Wissensvermittlung für ökonomisch, nachweisbare Ergebnisse wie Geld verdienen, einen guten Job anstreben und dafür in der Schule nur gut sein, sondern dem Erhalt der Forscherfreude und Kreativität auf dem Schwerpunkt einer ethischen-philosophischen Erziehung. Damit wird dem zunehmenden Stress und dem damit verbundenen Desinteresse unserer Kinder entgegen gewirkt und erhält damit langfristig unsere Gesellschaft. Besonders vor dem Hintergrund der zunehmenden Anzahl von Flüchtlingskindern in den Schulklassen sollte ein Umdenken erfolgen.

In order to promote a partnership learning process we have to counteract the adaption of adult attitudes which typically starts at the age of 9. Enthusiasm for school as an important cornerstone for the survival of our society does not consist of mere knowledge mediation for measurable results like earning money, a good job and being good at school, but of preservation of joy for research and creativity with the emphasis of an ethical-philosophical education. It counteracts the increasing stress level and disinterest of our children and secures our society long-term. Especially in the background of an increasing number of refugee children in the classes a change of mind should happen.

Dem Erhalt der Forscherfreude und Kreativität dient eine ethische-philosophische Erziehung, wenn sie auf die Bedürfnisse unserer Kinder eingeht und einen vernünftigen Gegenpol zur rein ökonomischen Orientierung darstellt. Die Begeisterung für die Schule hängt von einer vernünftigen Balance zwischen Wissen vermitteln und Neugierde auf Neues ab. Selbstbestimmtes Lernen ist ein wesentlicher Faktor zu späteren Erfolgen im Leben.

An ethical-philosophical education serves the preservation of exploratory spirit and creativity if it recognizes the needs of our children and acts as an antipole to a mere economic orientation. Enthusiasm for school depends on a reasonable balance between knowledge mediation and curiosity for new things. Self-determined learning is an essential factor for later success in life.

Aus den Erfahrungen der Kulturellen Ergänzungsschule für Flüchtlingskinder sehen wir, dass die Motivation zum Lernen vom Alter unabhängig ist. Trotz ihrer teilweise schlimmen Erfahrungen bei der Flucht, sind sie neugierig auf alles, was wir ihnen an kultureller Bildung bieten. Und es ist meine Überzeugung, dass diese Freude auch bei unseren Kindern vorhanden ist und erhalten werden könnte, wenn wir allen Kindern den nötigen Freiraum schenken würden. Eine Möglichkeit wäre die Vernetzung verschiedener Schulen unter einem Dach, wie ich bereits zum Fachkolloquium „Menschenbilder in Schule und Unterricht“ an der Universität Trier in einem Vortrag am 06. Oktober 2014 ausführlich dargestellt hatte.

From the experience of the cultural supplement school for refugee children we see that motivation for learning is independent of age. Despite of the horrible experience of their escape they are curious about everything new we offer them in terms of cultural education. I am convinced that this joy is present in our children as well and could be maintained if we give the necessary space to all children. One possibility could be a network between the different schools under one roof as I elaborated in my speech on October 6th 2014 at the symposium “Human Images in School an Teaching” at the University of Trier.

Ingeborg Trappe-Butzbach

Verfasst im Februar/März 2016 als Vorlesung zur obiger Konferenz

Vorsitzende des Vorstandes der Stiftung des Beda-Instituts für Europäische Kulturbildung